Studio-Vokabular

Vorwort
Der Gebrauch englischer Ausdrücke in der deutschen Sprache wird häufig übertrieben und ist nicht immer angebracht. Es gibt jedoch durchaus Wörter, für die es entweder keine praktikable deutsche Übersetzung gibt, oder die sich durch Abkürzungen bzw. internationalisierte Gerätebeschriftungen allgemein etabliert haben. Immerhin ist Englisch als Weltsprache anerkannt und manchmal wäre es doch sehr umständlich, für einen international etablierten englischen Ausdruck eine deutsche Übersetzung zu finden. Zum Beispiel kann ich für „Mastern“ beim besten Willen keinen gleichwertigen deutschen Ausdruck finden. Die deutsche Übersetzung „meistern“ würde wohl keinen Sinn ergeben und „Nachbearbeitung“ ist genau genommen etwas anderes. In der folgenden kleinen Fachwörtersammlung stehen Ausdrücke in englisch und in deutsch. Da, wo keine Übersetzung gebräuchlich ist, ist auch keine aufgeführt. Die gesammelten Ausdrücke sind weder vollständig, noch auf technische „Korrektheit“ überprüft. Sie lassen sich ausschließlich aus dem täglichen Sprachgebrauch im Studio herleiten. Wer hier noch einige Ideen besteuern möchte sende mir bitte eine E-Mail, so lässt sich die kleine Wörtersammlung vervollständigen.

Audio- Tracks
(dt.: Audio- Spuren)

Spuren, mit denen man Audioaufnahmen abspielen oder erzeugen kann.

Basic -Recording
(dt.: Basisaufnahme)

Aufnahme der ersten Spuren einer Produktion ohne Overdubs (z.B. Drums, Bass und Gitarre)

Control- Room
(dt.: Regieraum/Kontrollraum/Abhörraum)

Der Raum, in dem das Mischpult steht mit der Regiescheibe zum Aufnahmeraum

DAW
(dt.: DAW)

„Digital Audio Workstation“. Ein Computer, der in Verbindung mit einer Software als integriertes System für Aufnahme, Schnitt und manchmal auch zur Mischung eingesetzt wird.

Filter
(dt.: Filter, das)

Equalizer, insbesondere Hoch- und Tiefpassfilter. În der Technik haben Filter einen anderen Artikel als im Hausgebrauch! Beim Kaffefilter heißt es „der Filter“ und z.B. bei einem Klangfilter „das Filter“,

Edit, cut
(dt.: Editieren, schneiden)

Audio- Schnitt in Mehrspur oder Master- Dateien. In der reinen Analogtechnik geschieht das beim Tonband mit einer Schere oder einem speziellen Messer und Klebeband

Export
(dt.: Export)

Dateien, in unserem Genre vornehmlich Audio- Dateien, die aus dem jeweiligen System heraus für andere DAWs in einem bestimmten Format ausgespielt (exportiert) werden.

Final Mix
(dt.: Endmischung)

Ist die fertige Abmischung einer Produktion. Diese Mischung galt früher mal als Endprodukt. Heute wird nach dem Mischen nochmal das „Mastering“ ausgeführt.

First Take
Ist die Steigerung von „One Take“: wenn die Aufnahme gleich beim ersten Versuch „gestorben“ (optimal eingespielt) ist.

Headroom
(dt.: Übersteuerungsreserve)

Pegelreserve zwischen Maximalpegel und Übersteuerungsgrenze. Bei der Analogaufnahme gibt es oft einen fließenden Übergang mit dem allseits beliebten „Sättigungs"-Effekt, weswegen solche Aufnahmen gerne „heiß“ gefahren werden. Irgendwann tritt dann eine Zerrung ein, die man dann nicht mehr gut findet. In der Digitaltechnik lässt man sich genügend „Headroonm“ weil es beim Übersteuern kein „Pardon“ gibt, es verzerrt sofort!

Import
(dt.: Import)

Dateien, in unserem Genre vornehmlich Audio- Dateien, die in unsere Workstation (DAW) eingelesen (importiert) werden.

Latency
(dt.: Latenz)

Eine Zeitverzögerung, die bei digitalen Systemen durch Rechenoperationen benötigt wird. Die Latenz äußert sich negativ beim „Overdub“. Man hört das Signal unter Umständen etwas Später als es eingespielt wird. Die Latenz sollte so kurz sein, dass dieser Effekt nicht auffällt oder zu mindest nicht hinderlich ist. Hört man das direkte Signal zusammen mit dem prozessierten (Vorband & Hinterband) klingt es phasenverschoben.

Loudness
(dt.: Lautheit)

Die Lautheit eines Masters ist der Lautstärke-Eindruck, den man beim Hören wahrnimmt, ohne dass der Spitzenpegel erhöht wird. Erzeugt wird eine höhere Lautheit durch Kompression der Dynamik. Die Wahl der richtigen Lautheit ist von der Musikrichtung abhängig und wird von Mode-Erscheinungen beeinflusst. Produktionen die vornehmlich im Radio und auf kleinen Anlagen abgespielt werden haben in der Regel eine niedrigere Dynamik (dabei größere Lautheit) als konzertante Musik, die einen größeren Anspruch an die Wiedergabe der Dynamik stellt.

Master
(dt.: Master)

Ist das fertige Produkt das beim „Mastern“ entsteht und als Ausgangsmaterial zur „Pressung“ dient.

Mastering
(dt.: „Mastern“)

Dabei wird die der fertig gemischte „Final Mix“ als Stereo-Datei noch einmal überarbeitet. Dieser Vorgang galt früher mal als Option, ist heute allerdings Standard. Beim „Mastern“ wird, unter anderem, die Dynamik (Lautheit) und der Frequenzgang verfeinert. Außerdem werden die Anfänge, Enden und auf Wunsch auch die „Fadeouts“ überarbeitet und die Reihenfolge inkl. Übergänge und Pausen für das Endmedium (z.B.CD) konfektioniert.

MIDI-Tracks
(dt.: MIDI-Spuren)

Spuren mit MIDI- Signalen, zum ansteuern von MIDI- Klangerzeugern

Mix
(dt.: (Ab-) Mischung)

Der Vorgang, bei dem alle Spuren inklusive Effekte ins richtige Verhältnis gebracht werden

Nineteen Inches- Rack
(dt.: 19 Zoll - Geräteschrank)

Der Schrank in dem die 19“- Geräte untergebracht sind. Diese Geräte sind alle 19“- breit (48,26cm). Die Höhe der Geräte wird in „Höheneinheiten“ ausgedrückt. Eine Höheneinheit = 4,4 cm

One Take
Wenn es jemand geschafft hat seinen „Take“ in Einem Take“, ohne zu stückeln aufzunehmen

Outboard gear
(dt.: Peripherie)

Effektgeräte, die nicht im Mischpult, sondern in separaten „Racks“ (Geräteschrank) untergebracht sind

Overdubbing
(dt.: Synchronisation)

Wenn auf einer bereits erstellten „Basis- Aufnahme“ synchron zusätzliche Spuren zugespielt werden.

Panorama
(dt.: Panorama)

Die Postition eines Klangereignisses im Raum: z.B. links, mitte, rechts. Man kann die Positionen auch in Uhrzeiten angeben: z.B. mitte= 12:00 Uhr; halb rechts= 1:00Uhr

Plug In
Ein virtuelles Effektgerät. Eine Software, die in die DAW eingebunden wird, vergleichbar mit einem Effektgerät im Studio

Pop- Filter
(dt.: Plopp- Schutz)

Ein Strumpf, der vor dem Gesangsmikrofon installiert wird, damit die P- Laute das Mikrofon nicht überreagieren lassen. Jeder, der einmal von Nahem in ein Mikro gesprochen hat weiß, wie sich dieser Effekt anhört.

Postroll
(dt.: Nachlauf)

Nach dem „Ausstieg“ aus der Aufnahme läuft der „Postroll“ bis zum Stoppen des Bandes.

Preamp
(dt.: Vorverstärker)

Mikrofonvorverstärker sind im Mischpult eingebaut. Qualitativ hochwertige Pulte haben auch sehr gute Vorverstärker. Manchmal möchte man trotdem einen externen Preamp nehmen, der eine gewisse Klangcharakteristik unterstützt (z.B verschiedene Röhren- Vintage- oder Class A - Geräte).

Premaster
„Siehe Mastern“

Preroll
(dt.: Vorlauf)

Ist insbesondere beim „Overdubbing“ geläufig. Damit bezeichnet man den Punkt, ab dem der Tonmeister die Basisaufnahme laufen lässt, bevor er mit der Aufnahme „einsteigt“.

Punch In/ Punch out
(dt.: Einstieg/Ausstieg)

Der Einstieg/ Ausstieg der Aufnahme beim „overdubbing“ .

Recording- Room
(dt.: Aufnahmeraum)

Der Raum, in dem die Musiker mit den Mikrofonen aufgenommen werden

Remix
Eine fertige Mischung wird nochmal verändert oder in einer anderen Version mit einer anderen „Attitüde“ gestaltet. (z.B. Dance-Mix, Radio-Version oder Maxi-Version) 

Monitormix / Roughmix
(dt.: Rohmischung)

Deutschsprachig benutzt man das Wort in der engl. Version „Roughmix“ oder Rohmischung. Im englischen Sprachgebrauch höre ich eigentlich mehr den Begriff „Monitormix“. Diesen Mix erstellt man während der Produktion ausschließlich zu Kontrollzwecken.

Take
(dt.: Mitschnitt)

Version einer Aufnahme

Talkback
(dt.: Gegensprecheinrichtung)

Ein im Mischpult eingebautes Mikrofon zur Kommunikation mit dem Künstler. Die entsprechende Talkback- Taste (button) wird während des Sprechens vom Kontrollraum aus festgehalten wie bei einem Funkgerät.

Virtual Instruments
(dt.: Virtuelle Instrumente)

MIDI- Instrumente, die im Computer in einer Software als Plug In eingebunden werden

Vorband, Eingang & Hinterband
(dt.: Input, Sync & Tape)

Diese Bezeichnungen beziehen sich auf Zustände bei einem Aufnahmegerät. „Vorband“ ist ein Audiosignal das noch nicht aufgenommen wurde. „hinterband“ ist ein bereits aufgenommenes Signal, das während des Aufnahmevorgangs in der Regel zeitverzögert zu hören ist. Bei der Einstellung „input“ hört man das Signal, das durch die Aufnahmemaschine geleitet ist aber noch nicht aufgenommen wurde.