Simulation
 
Sollte mich jemand fragen wie ich zu Simulationen stünde, würde ich folgendes sagen:

„Toll!“ - solange nichts besseres da ist.

Ein guter digitaler Faltungshall oder die Algorithmen eines L480 sind sehr gut und bestens dafür geeignet ein Signal in den Raum zu stellen. Es ist auch schwierig und manchmal unmöglich, verschiedene echte Räume einem Signal hinzuzumischen.

Wenn jedoch ein echter Raum vorhanden ist, so nehme ich diesen selbstverständlich mit auf. Wozu sollte ich etwas simulieren, das real und echt vorhanden ist?!

Auch würde ich z.B. einen realen „lebenden“ Kompressor nicht freiwillig mit einem „virtuellen“ Ersatz tauschen, solange ich im Rack noch ein Gerät frei habe. Obwohl digitale Simulationen heute den Originalen sehr nahe kommen, gibt es einen deutlichen Unterschied.

Am krassesten empfinde ich die Simulation von Verzerrungen, insbesondere von Röhrenverzerrungen. Ein simulierter Gitarrenverstärker oder eine im Virtuellen Instrument enthaltene „Organ- Distortion“ empfinde ich eben so fad wie ein Cappuchino aus der „Instant“- Abteilung. Zuerst ist man vielleicht verblüfft über die scheinbare „Echtheit“ des Sounds. Sobald dann einige Spuren hintereinander eingespielt werden überkommt einem so allmählich der Gedanke, dass doch alles zu einem ziemlich öden Brei verkommt.

Also, eine gute Nachricht für alle Gitarristen: wir haben eine 4x 12er- Box im Studio! Bringt Euer Top- Teil mit, dann muss also nichts Schwerwiegendes geschleppt werden und somit gibt es auch keinen Grund mehr, die Gitarre mit einer einem Simulator einzuspielen!